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Beispiele in Hessen

Hier stellen wir Ihnen einige Wasserkraftstandorte unserer Mitglieder vor.

 

Gerne können auch Sie hier Ihre Anlage präsentieren.

Die Wirtsmühle in der Rhön

Wasserkraft - im Wandel der Zeit

Die Wirtsmühle von Michael Leibold ist ein Ausleitungskraftwerk. Ihr Wehr befindet sich an der Mündung der Lütter in die Fulda und liegt im Naturschutzgebiet Moosbachwiesen.
Bis 1947 trieben zwei oberschlächtige Wasserräder die Getreidemühle und das Sägewerk an. 1948-1950 wurde eine Francis-Schachtturbine mit liegender Welle eingebaut. Der Mühlenbetrieb wurde bis 1984 und der Sägebetrieb bis zum Jahr 2000 fortgeführt. Schon im Jahr 1965 wurde ein Generator zur Stromerzeugung angeschafft.

Nach Schließung des Sägebetriebes wurde im Jahr 2001 die Turbine generalüberholt. Sie erhielt einen hydraulischen Rechenreiniger, automatische Wasserstandsreglung für Turbine und Leerschuss sowie eine SPS-Steuerung.

Seit dem Mittelalter dient dieser Standort den Menschen, als Mühle, Sägewerk und nun werden damit im Mittel 29 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt.

Die Dittershäuser Mühle

Wasserkraft - die effizienteste erneuerbare Energie

Langlebigkeit, hoher Wirkungsgrad, ausgereifte Technik, wirtschaftliche Effizienz, beste Ökonomie der Erneuerbaren, regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze etc. (Bsp. WKA Schwalmstadt von Karl Schmidt)

Wasserkraftanlage Dittershausen an der Schwalm

Wasserkraft mit angeschlossenem Säge- und Hobelwerk

Die ehemalige Mühle von Karl Schmidt und seinen Kindern dient heute mit insgesamt 111 kW der Stromproduktion. Ein Teil der erzeugten Elektroenergie wird nachhaltig in dem Säge- und Hobelwerk genutzt. Der Großteil  wird in das Ortsnetz eingespeist wie auch der erzeugte Strom aus der 230 kW-Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mühle. Besucher sind bei der Familie Schmidt herzlich willkommen.

"Hier wird Holz mit Wasserkraft geschnitten und gehobelt."

Bereits seit 1906 wird in Dittershausen Strom aus der Schwalm gewonnen. Die Anlage wurde 2010 - 2012 bauwerksmäßig saniert und mit neuem Fischauf- und -abstieg ergänzt. Im Wasserkraftwerk sind zwei Francisturbinen von Voith mit insgesamt 2,5 cbm/s und zwei Generatoren à 18 kW und eine Kaplanturbine von Escher Wyss mit 4,2 cbm/s und einem Generator mit 75 kW eingebaut.

 

Die Wasserkraftanlage Lollar

Wasserkraft - Potenziale für die Energiewende nutzen

Erschließung von ungenutzten Potenzialen an bestehenden Querbauwerken hilft der Energiewende. Ebenso werden durch Stetigkeit und Regionalität des Wasserkraftstromes Netze stabilisiert und zusätzlich Regelenergie zur Verfügung gestellt.

Das Kraftwerk Lollar mit einer Leistung von 250 kW ist ein Neubau an einer bestehenden Staustufe. Es erzeugt 1,1 Mio kWh pro Jahr und ist mit einem Horizontalrechen und Fischabstieg nach Gluch/Ebel ausgestattet. Ebenso wurde ein Fisch-Kanu-Pass errichtet, um die Durchgängigkeit der Staustufe für Fische und den Kanutourismus herzustellen.

Geplant, gebaut und betrieben wird das Kraftwerk Lollar von unseren Mitgliedern Ronald und Maren Steinhoff:

"Wir möchten zur Energiewende und zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen beitragen. Ebenso setzen wir uns für den Artenschutz in den Gewässern ein."

Die Brückenmühle in Weilburg

Wasserkraft - Tradition mit vielversprechender Zukunft

Wasserkraft ist die Form der Stromerzeugung, welche in Deutschland maßgeblich zur Elektrifizierung beigetragen hat. Auch wäre die Elektrifizierung der Bahn ohne Wasserkraft undenkbar gewesen. Viele Wasserkraftanlagen werden seit Generationen als Familienbetriebe geführt (z. B. Getreidemühlen und Sägemühlen). Heute stellen diese Anlagen erneuerbare Energie aus der Region für die Region zur Verfügung. Das Bild zeigt die Wasserkraftanlage Brückenmühle in Weilburg. Durch die Brückenmühle erfolgte die Elektrifizierung in Weilburg im frühen 20. Jahrhundert. Der Eigentümer Helge Beyer hat die Mühle, die seit Generationen im Besitz seiner Familie ist, kürzlich modernisiert. Dabei wurden Fischschutz und Fischwegigkeit modernisiert, sowie durch den Einsatz einer Kaplanturbine mit moderner Steuerung und automatischer Rechenreinigung die erneuerbare Stromproduktion gesteigert.

Die Wasserkraftschnecke im Auslauf einer Kläranlage

Wasserkraft - weitere Möglichkeiten nutzen

Überall in Deutschland gibt es Kläranlagen. Sie stellen meist den größten Stromverbraucher einer Kommune dar. Wenn der Auslauf der Kläranlage genügend Gefälle aufweist, lässt sich ein Teil der verbrauchten Energie wieder zurückgewinnen. Die dazu erforderliche Technik ist für eine Kläranlage nichts außergewöhnliches.

Hier ein Beispiel in Wallau an der Lahn.

Das Wasserkraftwerk Haag in Rotenburg an der Fulda

Wasserkraft - im Familienbetrieb

Das Wasserkraftwerk Haag basiert auf den Grundmauern der alten, fürstlichen Herrenmühle, die Landgraf Moritz (1592-1627) im Jahre 1612 auf der heutigen Neustadtseite der malerischen Kleinstadt bauen ließ. Im Laufe der Zeit ist sie Mahlmühle, Blaumühle, Graupenmühle, Holzschneidemühle, Sägemühle und Ölmühle gewesen.

1923 brennt die Mühle bis auf ihre Grundmauern nieder und liegt viele Jahre in Trümmern.

1939 bis 1943 baut Eugen Haag die Mühle zum Kraftwerk mit drei Francis-Turbinen Baujahr 1898 um. Es liefert bis zu 270 kW Leistung. 1978, 1984 und 1989 erfolgen Modernisierungen durch Helmut Haag.

In den Jahren 2006, 2009 und 2014 werden weitere ökologische Modernisierungen durch Conny Haag-Lorenz durchgeführt, u.a. der Bau einer Fischaufstiegsanlage und der Umbau der Rechenreinigungsanlage. Conny Haag-Lorenz bietet regelmäßig Führungen durch die sehenswerte Anlage an, die nun eine Spitzenleistung von 320 kW erbringt.