Pharmazeutische Wirkstoffe

und Pflanzenschutzmittel

Wirkstoffe von Arzneimitteln sind in nahezu allen unseren Oberflächengewässern nachweisbar. Schmerzmittel, Betablocker und Antidepressiva führen die Liste an. Pharmazeutische Wirkstoffe in Wasserinsekten wurden erst kürzlich in erheblichem Umfang nachgewiesen (vgl. Erinn K. Richmond et al., A diverse suite of pharmaceuticals contaminates stream and riparian food webs, Nature Communication 9.2018). Diese Veröffentlichung wurde vom SPIEGEL zusammengefasst. In der vorgenannten Studie konnten 96 von 98 Substanzen in teils erheblicher Konzentration nachgewiesen werden. Die belasteten Insekten stellen den Anfang der Nahrungskette dar, und letztlich sind alle Wasserlebewesen und die Angler betroffen.

Hormonell wirksame Stoffe sind dabei seit vielen Jahren nachweisbar und stören schon in sehr geringer Konzentration den Reproduktionsprozess von Fischen erheblich. Der Nachweis über die Schädlichkeit von Diclofenac, einem weit verbreiteten Schmerzmittel, ist seit langem erbracht. In Deutschland werden davon 85t pro Jahr verbraucht, die allesamt in unseren Gewässern landen.

 

Darüber hinaus werden in Deutschland ca. 6000 t Glyphosat pro Jahr auf etwa 40% der gesamten Ackerfläche ausgebracht.

 

Diese Belastungen sorgen für erhebliche Eingriffe in die Gewässergüte und damit auch in biologische Qualitätskomponenten fast aller unserer Wasserkörper. Sie stellen einen massiven Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot der WRRL dar, und es gibt keinerlei wirksame Initiative zur Eindämmung dieser Belastungen.

 

Es sei erwähnt, dass die Gewässergüte selbst bei Überschreitung von nur einem Orientierungswert auch durch eine noch so gute Gewässerstruktur nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Es hilft also nichts, überwiegend an der Gewässerstruktur zu arbeiten, während die schlechte Gewässergüte nach wie vor für den schlechten Zustand der Biologie in den Oberflächengewässern und der Gewässergüte im Grundwasser verantwortlich ist.

 

 

 

 

 

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